Dienstag, 11. September 2007

Auf dem Weg der gesundheitlichen Besserung

Kann mal eine kleine Vokabel-Lern-Pause gebrauchen.

Langsam füllt sich der Campus. Der Parkplatzvor meinem Fenster ist tagsüber nahezu voll. Es gesellen sich zwischen die Standard – Franzosen - Hustenbonbons auch ab und zu „höherklassige“ Autos, was wohl teilweise an den Meetings liegt, die hier an der Insa abgehalten werden, welche auch für eine Belebung des Campus sorgen.

Immer wieder fahren Renault Espaces vor den Eingang der Batiments und laden den Hausrat der französischen Studenten aus, die hier teilweise sogar in der Minderzahl sind. Ich habe mir mal am schwarzen Brett die Infos die da so angebracht waren durchgelesen: Die übelsten Krawallmacher bleiben doch die Ausländer, was einer Ankündigung der Wohnheimsleitung zu entnehmen war. Es wurde sogar mit Rausschmiss gedroht. Da ist wohl gutes Benehmen angesagt. :-)
Nachdem ich, wie viele andere auch, gesundheitlich wieder auf dem Weg der Besserung bin, was in Anbetracht des supercoolen Wetters hier auch langsam mal nötig wird, hat es heute Bentje erwischt. Ich glaube der Sensenmann lässt hier keinen aus. Ärgerlich, weil wir uns in der letzen Sprachkurswoche befinden und nächste Woche für manche noch eine Woche frei ist, die natürlich genutzt werden will. Auch wenn die Schlaumeier entgegen der ursprünglichen Information die offizielle Einschreibung auf nächste Woche gelegt haben, werden von der deutschen Fraktion nur wenige hier bleiben. Mein Plan ist jetzt schnell gesund zu werden, dann 2 Tage Alpen, wieder zurück nach Lyon, dann Richtung Süden (Ardèche, Mittelmeer) und zum Semesterstart wieder zurück. Aber das ist von Wetterbericht und meinem Gesundheitszustand abhängig.
Morgen werde ich mal ein Treffen in meinem Institut, dem GMC haben. Gestern hatte ich noch nachgefragt, wanns denn mal so Infos wie Stundenplan etc gibt, heute ging dann ein Flyer durch die Räume des Sprachzentrums, dass sich alle Austauschstudenten des GMC (Génie Mécanique Conception) morgen um 15:45 im Fakultätsraum einfinden sollen. Habe mich bereits mit meinem Learnung Agreement ausgerüstet und bin gespannt, ob das alles so klappt wie ich mir das vorgenommen habe.
Morgen werden wir außerdem noch mit unserer gesamten Sprachkursgruppe einen Kinofilm besuchen. 4 Monate, 3 Tage, 48 Stunden oder so ähnlich. Freue mich schon drauf. Auch unsere Lehrerin ist in der Hinsicht sehr engagiert und nett. Sie informiert sich und uns, weist uns auf aktuelle Ereignisse hin…. . Wahrscheinlich werde ich während des Semesters den Sprachkurs fortsetzen. Auch wenn die allgemeine Kommunikation nicht mehr das Riesenproblem darstellt, zumindest nicht für den Moment, kann man immer noch seinen schriftlichen Ausdruck verbessern. Außerdem lernen wir jeden Tag etliche Redewendungen/spezielle Begriffe. Ich habe da schon Respekt vor einem Dolmetscher, der eine Sprache wirklich bis ins letzte Detail gelernt hat.
Sonntag Abend wurde ich und Bentje netterweise von Kim zum vietnamesisch Essen eingeladen. Endlich mal wieder einen frischen, leckern Salat, Gemüse, das nicht verkocht und fettig war,…. Ein Traum.
Ansonsten findet man hier auch Gefallen an den französischen Liedern, die wir teilweise im Unterricht lernen. Für Insider eine kleine Kostprobe: http://www.youtube.com/watch?v=J6qnjEoeIo4 (wenn der Link nicht klappt: Auf You Tube und dann Le petit pain eingeben)
Mit Mikes Gitarre bekommt man schon eine gute Performance hin, es wird aber noch perfektioniert, bis wir an die Qualität des Wintersteinliedes herankommen wird es aber noch dauern :-)
Zu erwähnen wäre noch, dass die Sache mit dem Briefkasten funktioniert. Habe heute das erste Mal Post bekommen. Päckchen muss ich an der Poststelle abholen. Der Fuzzi hat zwar heute nicht so ganz kapiert was ich wollte, ich erwarte nämlich einen größeren Brief aus Deutschland. Meine Frage war, ob generell alle Briefe, die größer und dicker als das klassische DinA4 Format sind, bei ihm gesammelt werden, oder ob in den Kasten reingestopft wird was noch irgendwie reinpasst.
Dialog:
Ich: „wie ist das mit Päckchen….“
Fuzzi: „Ja, da bekommen sie so eine Karte“
Ich: „Aber wenn die Päckchen….“
Fuzzi:„Wie gesagt, die blaue Karte“
Ich: „Nun ja, wenn die Päckchen aber…“
Fuzzi: „Sie müssen nur mit dieser Karte herkommen“
War schon ne gute Komiksession, aber der hat mich einfach nicht ausreden lassen, dann hab ichs aufgegeben. :-)

So, das wären mal wieder ein paar kleinere Sachen. Ich hoffe, euch ist das hier nicht zu öde. Ich hoffe nach dem kommenden Wochenende wieder über ein paar Trips berichten zu können. Bis dahin machts gut, bis bald.

Sonntag, 9. September 2007

Wochenende

Nichts megaspannendes dabei

Nachdem ich am Freitag nachmittag wegen Hals und Kopfschmerzen meine Wochenendträume, ein weiteres Wochenende in Grenoble zu verbringen, absagen musste, stand erst mal Regenerieren auf dem Programm. Etwas schade, weil mit dem Wetter hier schon ein bisschen was anzufangen gewesen wäre. Aber der Wetterbericht für die nächste Woche ist auch recht vielversprechend.
Das Ausschlafen gestern und heute hat auf alle Fälle mal gut getan. Gestern waren Felix, Mike Elmchen und ich noch bei Ikea. Wie es ansich zu erwarten war brechend voll, die Dinge die wir kaufen wollten (Wäscheständer, Badregal) schon vergriffen alle. Im Auchan Supermarkt nebenan, einem XXL Monster mit 74 Kassen wurden wir aber mehr fündig. Endlich mal ein Supermarkt mit einer ordentlichen Fischtheke, Käsetheke, Brotabteilung…. . Lohnt sich schon die 10 Minuten mit dem Auto hinüberzufahren, auch wenn er Samstags in Deutschland wohl schon aus Feuerpolizeilichen Gründen hätte geschlossen werden müssen. War teilweise voller als in einer Disko.
Abends haben wir noch bei Tobias gekocht. Teilweise muss man hier immer das Kochen auf mehrere Zimmer verteilen, weil mit einer Kochplatte alleine recht wenig anzufangen ist.
Heute werde ich nach Zimmer aufräumen und abwaschen endlich mal die Vokabeln der letzten Woche aufarbeiten. Mittlerweile geht’s mir gesundheitlich wieder etwas besser, Halsweh, Kopfweh sind weg, nur noch etwas Husten, den ich aber hoffentlich auch die nächsten Tage los werde.

Viele Grüße &Bis Bald
Thomas

Donnerstag, 6. September 2007

P.S.

Hier nur noch schnell ein Bild vom Einkauf heute. War nicht für mich alleine :-)

Dies und Das

Es gibt nur wenige interessante Sachen. Hier erst mal ein Bild von den Fahrradständern vor meiner Residence:
Ähnelt wie ihr seht eher einem Fahrradfriedhof, da schneidet mein ausrangiertes Rad schon wirklich sehr gut ab. Angeblich sind die Radlangfinger hier fix, aber das wird ja jeder größeren Stadt nachgesagt. Heute nachmittag waren wir dann im Filmmuseum. War eine recht kurze Führung. In Lyon wurde wie wir erfahren haben der Cinematograph erfunden. Fasziniert von der Technik hat uns der Führer diese erklärt, was für die meisten wohl kein neues Wissen darstellte. Aber die alten und noch funktionsfähigen Geräte mal zu sehen war schon sehr interessant. [Bild von unserem Führer im Filmmuseum]
Auf dem Rückweg noch schnell der Bank meine neue Adresse mitgeteilt, musste ich mich wirklich beeilen um beim offiziellen Empfang des Direktors rechtzeitig da zu sein. Jede Nationalität bekam ein Schild und hat sich sortiert. Obwohl hier sehr viele Deutsche sind, waren wir nur auf „Platz 5“ des Rankings der meisten Austauschstudenten, hinter Brasilien, Mexiko, China und Spanien.
[Brasilianer]
[Unileute vom Auslandsamt]
So, werde jetzt mal in die Wochenendplanung einsteigen, bis die Tage dann

Mittwoch, 5. September 2007

Umzug

So, etwas erschöpft vom Tag heute will ich euch doch noch über die „Neuigkeiten" informieren. Doch erst mal noch etwas von Montag und Dienstag: Ab Montag konnten die ersten „definitiven“ Wohnheime bezogen werden. Während der Sommermonate werden hier die Gehsteige hochgeklappt, deswegen sind auch die fast alle Studentenwohnheime geschlossen. Deswegen wurden wir provisorischerweise erst mal in den ältesten Wohnheimen untergebracht. Ab Anfang der Woche machten die richtigen/engültigen Wohnheime auf, sodass jetzt nach und nach jeder sein endgültiges Zimmer beziehen kann. Ich kann schon vorweg nehmen, dass das pädagogische Konzept der Insa voll angeschlagen hat. Nach 2 Wochen Zimmer teilen ist nämlich jeder mit seiner Wohnung voll zufrieden. Am Montag durften bereits einige von uns umziehen. Gleich nachmittags habe ich Bentje beim „Umziehen“ (Sie hatte nur 2 schwere Taschen) geholfen, anschließend waren wir noch einkaufen. Abends habe ich noch Birger und Zäzilia mit dem Auto geholfen. Da sie von ihren Eltern gebracht worden sind, hatten sie eine Menge Hausrat, das Auto war schon sehr voll. Im Gegenzug haben sie mich netterweise heute unterstützt, worüber ich auch sehr sehr dankbar war, da alles dann schneller über die Bühne ging. Am Montag abend haben wir dann noch eine kleine Einweihungsfete bei Bentje veranstaltet. War sehr lustig, auch wenn mir der Kontakt mit Birgit zum Verhängnis wurde. :-) (Nach mehrfacher Nachfrage: Birgit ist ein Bierschnellschluckgerät, nachdem dessen Benutzung mir etwas schlecht wurde.) Dienstag abend wurde vom Animationskomitee eine Busrundfahrt durch Lyon angeboten. Im Cabriodoppeldecker pfiff uns der Wind ganz schön um die Ohren. Einige Chinesen, die mit zu gutem Wetter gerechnet haben, mussten in die beheizte untere Etage wechseln. Man hat aber einiges über die Stadt erfahren und ich bin froh dabei gewesen zu sein. Zwar hört man zum 1000 Mal die Geschichte der zwei Hügel und woher der Name Lugdunum herrührt, aber wir haben auch interessante Infos zu Wochenmärkten, Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt dem kulturellen Angebot hier erfahren. Heute war dann der große Tag. In der Mittagspause schnell den Mietvertrag unterschrieben, haben wir dreisterweise auch noch den Schlüssel für unser Appartement abgeholt, was eigentlich erst ab Nachmittags gestattet war. Der Hausmeister ist aber wirklich ein cooler Typ und zeigte sich auch interessiert über unsere Herkunft. Nach dem Unterricht haben wir dann das Auto geschnappt und meinen, Kims und Teile von Saskias Hausrat über den Campus gefahren.
[Ein Teil meines Hausrats]
Teilweise wurden wir neidisch angeblickt, weil etliche Leute den einen Kilometer mit gequälter Miene samt Gepäck zu Fuß zurückgelegt haben. Viele haben sich auch beim nächstem Supermarkt, dem Champion, einen Einkaufswagen geholt und so den Umzug über die Bühne gebracht. Als wir das nächste mal beim Champion eingekauft haben, konnte man sogar eine Einkaufswagenknappheit feststellen :-)
[Thorben, dem wir seinen Koffer zu seiner Wohnung gefahren haben.]
Es war schon ein lustiger Anblick heute auf dem Campus, der sich mehr und mehr füllt. Rasen werden gemäht, Laternen wieder aufgestellt und es herrscht immer mehr Autoverkehr. Mittlerweile sollte man sich an die Stopschilder wirklich halten. :-) Nachdem mein ganzer Krempel dann endlich mal in meinem Zimmer war, zwischenzeitlich musste ich Saskia noch Starthilfe geben, habe ich mich häuslich eingerichtet. Mittlerweile bin ich damit nahezu fertig und muss schon zugeben, dass das Zimmer doch recht gemütlich ist. Die Fotos machen nicht so viel her, ich mache bei Gelegenheit mal Schönere. Das Zimmer ist groß genug um eine Matratze auszulegen, die auch schon bei mir im Regal verstaut ist. Wer also mal in der Nähe von Lyon ist, oder vor hat hier mal herzukommen ist sehr herzlich eingeladen. Ich würde mich sehr freuen.
[Bett in meinem neuen Zimmer]

[Blick vom Bett Richtung Ausgang, rechts die Küchendurchreiche, links der Schreibtisch]
Beiläufig zu erwähnen wäre noch die Intelligenz des Küchenpersonals. Die denken echt, die ganze Welt ist so schlau wie die. Wir haben bei unserer Ankunft so einen mit MS Publisher gestalteten provisorischen Restaurantausweis bekommen. Die sind wirklich immer darauf scharf, den zu sehen, obwohl sie längst alle Gesichter kennen. Und als fälschungssicher würde ich den Ausweis ohnehin nicht bezeichnen. Abgesehen davon geht sowieso keiner freiwillig in die Kantine. Heute haben die noch einen riesigen Aufstand gemacht, weil heute und morgen das Essen bezahlt werden soll. Es gab nur eine Schlange und jeder musste sich anstellen und ewig lang warten, ob er heute bezahlen wollte oder nicht. Logisch denken ist nicht die Stärke der Küchenleute hier. Aber was solls, das ist wirklich das einzige Manko hier, das man mit etwas Humor sehr gut verkraften kann.

So, jetzt gehe ich noch auf einen Absacker in die Unibar. Ich wünsche euch allen weiterhin eine schöne Zeit, bis die Tage.

Sonntag, 2. September 2007

Les Deux Alpes

Vom Camping Platz ausgecheckt konnte ich nach kurzer Fahrt im Auto um zehn Uhr in le Clapier (Nähe le Bourg d’Oisans) starten. Plan war zunächst auf Les Deux Alpes heraufzufahren, danach wieder ins Tal und auf ein weiteres kleineres Gebirgsdorf zu erklimmen. Englang des Flusses „Infernet“, der zwischenzeitlich immerwieder von Staudämmen „unterbrochen" wird und dessen Schluchten teilweise auch an Ardèche-Qualitäten herankommen ging es die ersten 3 km bergauf. Von dieser Straße abzweigend verliefen die nächsten 10km stetig aufwärts bis ich das 900 HM höhere und insgesamt 1650m hoch gelegene Les-deux Alps erreicht habe. [Les Deux Alpes von unten (ca. 50 HM unterhalb)]
[Am Ortsschild von Les Deux Alpes]
Auch wenn mir das Dorf etwas ausgestorben vorkam, was vermutlich an der endenden Saison liegt, hat es mich doch überrascht, wie viel Infrastruktur es dort gab. Etliche Hotels, zwei oder drei Supermärkte und sogar eine Tankstelle. Das ganze auf einem Bergdorf in einer Sackgasse. Nach bzw. während meiner Pause habe ich mich dazu enschlossen, nicht sofort ins Tal abzufahren, sondern von Les Deux Alpes aus weiterzufahren. Ich hatte mir schließlich extra eine 25000 er Karte gekauft, auf der einige Straßen bis auf 2600m eingezeichnet waren. Somit hatte ich kurz danach fantastische Blicke auf Les Deux Alpes herunter, aber auch auf wunderschöne sich neu öffnende Täler und grandiose Gebirgsmassive. [Les Deux Alpes von oben]
Auch wenn der „Fahrbahnbelag“ und wahrscheinlich auch die zu steilen Straßen gelegentlich zu Traktionsproblemen führten, habe ich die Weiterfahrt bis auf 2600 HM sehr genossen. Man konnte wirklich mitten ins Skigebiet hineinfahren und hatte immerwieder neue gigantische Berge vor Augen. Ich freue mich schon darauf, das mal im Winter und mit Schnee zu erleben. [Auf 2600 m über Meer]
Mit der dünnen Luft und meiner Erschöpfung auf 2600 HM angkämpfend, habe ich noch einige Fotos gemacht und bin dann zur gigantischen Abfahrt angetreten. Dummerweise wurde ich zwischenzeitlich von Motorrad/Jeep eingenebelt. Für so einen Sport habe ich ja wirklich kein Verständnis. Auf 2300 HM mit blöden Motorkisten herumzuheizen, dabei Lärm, Gestank und Staub produzieren.
Die Abfahrt bis zurück ins Dorf verlief dann aber recht zügig. Womöglich hätte ich auch eine eigens ausgewiesene MTB Strecke nehmen können, allerdings war es mir nicht klar, wo die herauskommt. Da die Zwei Verfahrer von gestern noch zu gut in Erinnerung waren, beschloss ich, kein Risiko einzugehen und die „Straße“, die allerdings auch steinig und wellig genug war, zu nehmen. In Les Deux Alpes zurück noch einige Fotos geschossen, habe ich kurz danach die letzte und gigantischste Abfahrt begonnen. Ein Wohnmobil hatte mich netterweise überholen lassen, so war ich sehr züging am Lac du Chambon, einem Stausee des Flusses Infernet, den ich jetzt „nurnoch“ talwärts bis zum Parkplatz entlangfahren musste. Zwar gab es einen Mini Gegenastieg von ca. 70 HM, die Gorges de l’Infernet haben dafür aber mit noch einmal fantastischen Ausblicken belohnt.

Daten der Tour: 60 km 2070 HM


Größere Kartenansicht http://thomas-in-lyon.homepage.t-online.de/kml/070902x.kml

Fazit: Ich habe die zwei Tage sehr genossen und mich super erholt. Es ist wirklich toll, die Berge so nah bei sich zu haben. Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit noch mal mit dem Rad in die Alpen fahren kann, also das Wetter und mein Zeitplan mir das erlauben. Der Aufwand lohnt sich allemal.

Wieder zurück daheim angekommen, haben wir noch alle zusammen gekocht, dann habe ich diesen Eintrag geschrieben, jetzt muss ich noch einen Aufsatz für morgen schreiben, was aber auch in 45 Minuten erledigt sein dürfte.

Euch allen eine schöne Zeit, bis bald

Rundtour ums Le Grad Serre Massiv/ um Le Tabor

Weil der Wetterbericht einigermaßen vielversprechend war und ich ein sehr dringendes Sportbedürfnis hatte, habe ich mich dazu entschlossen, dieses Wochenende auf eigene Faust eine Fahrt in die Berge zu unternehmen. Am Samstag morgen ging es um zehn auf den Weg Richtung Grenoble. Um Mautgebühr zu sparen bin ich nicht auf die Autobahn, was man sich im Allgmeinen aber sehr gut überlegen sollte. Ich habe ca. die doppelte Zeit benötigt. Somit konnte ich dann nach Frühstückspause und Tanken um ca. 13 Uhr mit dem Mountainbike starten. Ich startete in Laffrey, was auch das Ausflugsziel des letzten Wochenendes war und wollte eine Mountainbikestrecke aus einem VTT-Isère Führer abfahren. Gekennzeichnet von ständigem Anhalten, weil ich mir immer nur 3 Wegpunkte merken konnte und ca. jeden Kilometer eine Kreuzung zu nehmen war, habe ich mich an einer Stelle auch richtig verfahren und bin im Nirvana in einer Schlucht herausgekommen. [Wegweiser, anscheinend hatte ich einen wichtigen übersehen :-)]
Meine 100 000er Karte war auch nicht für die Feinnavigation geeignet, so war ich nachdem ca. 30 Minuten orientierungslos in der Pampa herumgeirrt bin wieder in der zivilisierten Welt. (Für Kenner: Pont de la Roizonne) [Im Nirvana. Wohl in einer Schlucht 150 HM unterhalb der Straße. Mit dem Schild wurde vor plötzlich auftretendem Hochwasser gewarnt, das auch bei gutem Wetter auftreten kann :-)]
Auf der Mountainbikeroute etwas zuviel Zeit gelassen, habe ich mich dazu entschlossen, für die Rückfahrt die D 114 bis Alpe du Grd Serre zu nehmen, um dort wieder auf die Abfahrt aus dem Mountainbikeführer einzubiegen. So zumindest der Plan. Mit dem heftigen Gegenwind etwas im Klinsch bin ich noch an einem nicht ganz harmlosen Verkehrsunfall vorbeigefahren. Meiner Einschätzung nach hatte entweder ein Autofahrer zwei Leute auf dem Motorrad umgemäht oder das Motorrad ist in der Kurve ausgeglitten. Ich habe nur zwei Leute auf der Straße liegen sehen. Ich habe meine Hilfe angeboten, man meinte aber, es sei schon alles geregelt, es waren auch genug Leute da, somit bin ich dann gleich weitergefahren. Komischerweise kam mir die Feuerwehr erst 30 Minuten später entgegen, ich hoffe natürlich dass es bei den Verletzen nicht schlimmer ausgegangen ist. Von Gewitterwolken bedroht bin ich zeitweise zusammen mit einem Franzosen, der auch kurz am Unfall gewartet hatte, nach Alpe du Grd Serre hochgeklettert. [Auf dem Gipfel Alpe du Grd Serre]
Ich habe ihn gefragt, wohin er noch unterwegs ist, da meinte er Laffrey. Ich habe ihn gefragt, ob er auch die Route über le desert nimmt, meinte er „Jaja, il n’ya qu’une seulle“ Eine fatale Information wie sich später herausstellte. Denn in meinem blinden Vertrauen habe ich mich ihm dann angeschlossen, nachdem er 10 Mal gesagt hatte, dass es nur den einen Weg gibt. Anstelle über eine kurze Anhöhe von 50 HM zu fahren um dann dort auf den ursprünglichen Mountainbikeweg einzubiegen, führte mich der Blödmann zurück ins Tal, sodass ich am Ende noch mal 400HM zusätzlich hochfahren musste, obwohl ich mit dem Tag ansich schon abgeschlossen hatte. Sein Mountainbike mit quietschenden Scheibenbremsen schien auch bei 30 km/h abgeriegelt zu sein, was mir bei der Abfahrt auch auf den Keks ging. Schließlich war es eine normale Straße, die ein Rennradfahrer mit 70 km/h und ich vll. mit 50 km/h herunterfahren kann. Als die Abfahrt dann vorbei war und der Gegenanstieg begann, habe ich mich losgerissen und wurde auch die restlichen 5 km bis zum Ziel nicht mehr von ihm eingeholt. [Einzig positiv an der falschen Wegweisung des Franzosen: nochmal ein netter Ausblick ins Tal Richtung Grenoble]
Fairerweise muss man dazusagen, dass er noch auf seine Freundin gewartet hat, deren MTB bei ca. 25 km/h abgeriegelt zu sein schien. Mein Zorn hat sich beim Hochfahren auch wieder etwas abgebaut, zwischenzeitlich habe ich mir aber schon überlegt, was ich mit dem Trottel mache, wenn der mir mal allein begegnet, wenn ich die Maglite dabei habe.
Zurück am Auto angekommen, das Rad schnell verstaut bin ich ein Stückchen Richtung Les Deux Alpes gefahren und habe mir es auf einem Camping Platz bequem gemacht. Dass ich mein „Zimmer“ für mich hatte hat mir auch gut gefallen und in Anbetracht der Anstrengung tagsüber habe ich sehr sehr gut geschlafen.

Daten der Tour: 71km 1954 HM
Streckenverlauf: Laffrey – Cholonge – Nantes en Ratier – und dann das Roizonne Tal aufwärts La Valatte – Alpe du Grd Serre – Laffrey




Größere Kartenansicht


http://thomas-in-lyon.homepage.t-online.de/kml/070901x.kml