Mittwoch, 25. Juni 2008

Col du Galibier

Kommen wir zum Höhepunkt des Urlaubs:

Am zweiten Tag wollte ich den Col du Galibier erklimmen. Den Col du Telegraphe, den es vorher zu überwinden galt fand ich weniger anstrengend als jeder immer sagte, muss allerdings auch sagen, dass ich ihn um Kräfte zu sparen verhältnismäßig langsam hochgefahren bin.

Nach dem Col du Telegraphe ging es ca. 100HM bergab zum Skiort Valoire, sehr schön in einem Talkessel gelegen: Ab dann gehts stetig bergauf. Überholt wurde ich immerwieder von Motorradfahrern, teilweise rücksichtsvoll, mitunter leider auch nicht.
Auf der Tour fand ich sehr interessant, immerhin waren es fast 2000 HM am Stück, wie sich langsam die Flora veränderte. In Valoire noch Bäume, die immer weniger wurden, irgendwann war es nur noch Gras:
Ab 2300 m.ü.M waren noch größere Schneefelder mit von der Partie:
Und oben auf dem Gipfel:
War recht viel Betrieb oben. Es kam sogar zu einem kleinen Unfall, bei dem ein Franzose einem Dummschwätzer in den Motorradreifen gefahren ist. War nett zu beobachten, die Diskussion danach. Großer Schaden war allerdings nicht zu verzeichnen. Nach Simons Hinweis auf diese beiden Seen und ausführlichem Studium von Google Earth und meiner 25000er Karte, habe ich die Tour noch etwas getunt. Ab Plan Lachat ging es nochmal einiges nach oben. Nach einiger Zeit bin ich dann oben angekommen: [Lac du Grand Ban]
Bis ich auf den Weg talwärts nach Valoire gekommen bin, hieß es erstmal noch ein bisschen bergauf durch Schnee klettern. Die Bergkuppe selbst war nur minimal eingeschneit, sodass ich blauäugigerweise dachte, wenn ich die Gipfelpartie überstanden habe, wartet eine heitere Abfahrt auf mich. Was für die ersten 100HM auch der Fall war. Doch dann tat sich ein neues Schneefeld nach dem anderen auf. Umzukehren hatte ich keine Lust mehr, war schon zu weit unten. So hieß es insgesamt wahrscheinlich 15 x absteigen, 20m durch den Schnee waten, wieder aufs Rad. Einige Gemsen und Murmeltiere leisteten mir aus etwas Entfernung allerdings Gesellschaft.
So der Blick auf das Joch, von dem ich gekommen bin:
War die Schneeproblematik überstanden, durfte ich lernen, was der Begriff zeitweiliger Fluss [so stand es auf meiner GPS Karte] bedeutet. Im August und September ist man hier wahrscheinlich trockenen Fußes durchgelaufen. Ende Juni nahmen die Bäche wegen des Schmelzwassers eine etwas größere Dimension an. Ich musste insgesamt bei 3 Bächen bei einer Breite von etwa bis zu 4m, jeweils Schuhe ausziehen, Rad auf die Schulter und durch den knietiefen Bach durchlaufen. War weniger schlimm als es für mich anfangs aussah.
Nach zweimal über Zäune klettern bin ich dann auch endlich wieder zu einem seriösen Weg gelangt, die mich zurück nach Valoire brachte.
Insgesamt eine super Tour, ich habe sie nicht bereut. Glücklicherweise ist es um diese Jahreszeit noch lange hell, sodass meine Rückkehr um 20 Uhr kein großes Problem bedeutete.

Daten der Tour: 85 km, 2830HM .

Col de la Croix du Fer

Die kommenden Berichte gehen hauptsächlich übers Radfahren!

Nach pünktlicher Abfahrt gegen 9 Uhr erreichte ich gegen Mittag den Campingplatz, wo ich mich für zwei Tage einmietete:


Für diesen Tag habe ich mir den Col de la Croix de Fer vorgenommen. Wie man auf der Karte erkennen kann verlief die Route zunächst etwas talwärts und dann ab St- Jean de Maurienne stetig bergauf. Zwischenzeitlich hat mich ein Belgier aufgerollt, wir kamen dann ins Gespräch und sind den Gipfel somit gemeinsam erklommen. Ich war für die Begleitung recht dankbar, war doch irgendwie netter zu zweit.
Ab dem Skiort Saint Sorlin d'Arves verlief die Strecke Serpentinenartig den Berg hinauf. Auch wenn man die Gipfelhütte von unten aus noch nicht sehen konnte, weil sie hinter der obersten Kuppe versteckt war, war es sehr eindrucksvoll, wie man sich langsam den Hang hochschraubte. Die Aussicht auf Saint Sorlin wurde immer besser, ...

Landschaftlich war die Strecke traumhaft. Hier der Blick auf Saint Sorlin. Leider hat der Kollege mit seinem Rennrad keine Pause eingeplant, ich selbst auch noch nichts Richtiges zu Mittag gegessen, sodass ich oben am Gifpel angekommen erstmal mein Hungerloch stopfen musste.
Hier am vom Croix de Fer ca. 2km entfernten Col du Glandon:

Auch das Wetter war ansich perfekt: Im Gegensatz zu den anderen Radtagen nicht zu heiß, aber sehr sonnig.

Nach der netten Abfahrt bis zurück nach St Jean de Maurienne habe ich mich wieder von meiner belgischen Begleitung getrennt. Meine Mailadresse hat er, vielleicht bleibt man ja in Kontakt.


Größere Kartenansicht

http://thomas-in-lyon.homepage.t-online.de/kml/080621.kml

Daten der Tour: 90km, 1930 HM

Auf meinem Stützpunkt in St Michel angekommen ging abends nicht mehr viel. Das Angebot von Geraud, dem Belgier, einen Drink in seiner Hotelbar zu nehmen habe ich ausgeschlagen. Zu kaputt und zu müde. Ein bisschen schonen für den nächsten Tag wollte ich mich ja auch.

Fin de DS

So, lang lang ist es her, das muss ich leider zugeben.

Vergangenen Freitag habe ich meine letzten beiden Prüfungen geschrieben. Insgesamt habe ich den Großteil der Prüfungen wohl doch bestanden, lediglich bei einer bin ich mir verhältnismäßig unsicher, aber das wird sich auchnoch weisen. Jetzt muss ich nur noch hoffen, dass die Proffesoren in Stuttgart ihre Versprechen, mir manche Dinge anzuerkennen, einhalten.

Abens hat dann Torben seinen Geburtstag nachgefeiert. War ein lustiger Abend, der buschspringend an der Kfet endete. Ich selbst habe die Festivität um ca. halb zwei verlassen, vielleicht etwas zu spät dafür, dass ich am Folgetag um 9 Uhr abfahren wollte. Doch das gelang mir dennoch. Ich habe mir nämlich vorgenommen 4 Alpen - Fahrradtage einzulegen.

Sonntag, 8. Juni 2008

Französischkurs passé

Schönen Sonntag,

letzten Donnerstag war das letzte Mal Französischunterricht. Im Anschluss an die Prüfung fand ein kleiner "Pot" zum Verabschieden statt, in dessen Rahmen dieses Foto entstand:


[Gary(USA), Ich, Raphael (Brasilien), Lia (Schweden), Israel (Mexiko), Marie-France (Lehrerin), Kuba (Polen), Tanh (China), ??? (Argentinien), Jesus (Mexiko)]

Montag veranstaltete Mike sein Abschiedsgrillen, Dienstag ist dann Saskia und Mittwoch Mike selbst abgefahren. Beide sehe ich hoffentlich im Sommer wieder.

Es werden wohl jetzt ruhigere Zeiten einkehren: Jeder muss lernen, in einer Woche gehen die Prüfungen los. Und in 3 Wochen bin ich dann ja schon fast back in Germany.

Das Fußballspiel heute abend sehe ich hoffentlich bei Birger, irgendwie habe ich keine rechte Lust in die Stadt zu fahren... .

Wie dem auch sei, bin schon wieder Urlaubsreif, aber der wartet ja nichtmehr so lange. Hoffe der Schnee in den Alpen schmilzt noch ordentlich. Habe schon grandiose Ideen für Radtouren, aber nach Ansehen der Eröffnungsvideos des Col du Galibier leichte Bedenken, ob ich abseits der Hauptstraße auf 2400 HM nicht im Schnee versinke. Das wird sich weisen.

Schönen Sonntag noch, bis die Tage

Thomas

Sonntag, 1. Juni 2008

Sommerstimmung - Abschiedsstimmung

Hallo Leute,

schreibe hier nurmal etwas hinein, um die Stimmung etwas festzuhalten. In der Uni wird es immer weniger. Habe nur noch wenige Kurse, eine Prüfung ja auch schon hinter mir. Nun sind es noch 2 Wochen Uni und eine Woche Prüfungen, danach ist das Kapitel Insa für mich abgeschlossen.

So langsam macht sich auch schon wieder eine Aufbruchswelle breit. Gerade durch die bevorstehende Abfahrt von Saskia und Mike, zwei meiner besten Freunde hier, wird hier ein Loch entstehen. Wenn man jetzt zurückblickt ist es schon erstaunlich, dass ich vor 9 Monaten hier angekommen bin. Naja, alle anderen sentimentalen Dinge hebe ich mir für den Abschlussblog auf.

Freitag war eine Überraschungs-Abschiedsparty von Silvie organisiert für Saskia. Zuerst haben Mike, Maria, Saskia und ich bei Mike gegessen und uns unterhalten. Wir haben uns schon Mühe geben müssen, bis wir Saskia dazu bringen konnten auf das fiktive Date mit Silvie zu gehen. Weil es eine Überraschungsparty war sollte sie ja dementsprechend überrascht werden und Silvie hat Saskia unter einem eher unwichtigen Vorwand zu sich gelockt.
Letztendlich war sie aber doch sehr glücklich. Silvie hat auch wirklich viele Leute aquiriert, es war wiedermal viel los. Der Verlauf der Party war dann nicht ganz was für schwache Nerven, es wurde wieder getrunken und geflirtet ohne Ende.

Zur Zeit sind wir eifirg dabei unseren Erasmusfilm fertig zu drehen. Anfangs etwas schleifen gelassen, sind wir geringfügig unter Zeitdruck, doch so wie es derzeit aussieht dürften wir alles noch hinbekommen. Der arme Mike darf dann am Mittwoch nach seiner Abreise alle Szenen fertig schneiden, einen Aufwand den ich auf ca. 50h schätze.

Ein bisschen am Trainieren bin ich zur Zeit auch noch. Ich will kurz vor und kurz nach meiner Abreise hier noch einen Abstecher in die Alpen machen, wofür ich mich derzeit nicht gut gewappnet sehe. Die Kondition hat unter der Zeit etwas gelitten, das muss man sagen. Aber ein bisschen Zeit ist ja noch und übertreiben sollte man es auch nicht.

Gut, nun wünsche ich euch noch einen schönen Abend und eine schöne Woche, sorry dass es diesmal keine Bilder gibt.

Servus

Dienstag, 27. Mai 2008

Bourgogne

Ich beginne einfach mal bei vergangenem Donnerstag:

Zunächst wurde ich vormittags zu einer Übung an die Tafel gerufen. Da ich das glücklicherweise aber im Vorfeld wusste und Zäzilia die selbe Aufgabe schon mit ihrer Gruppe im Unterricht gerechnet hatte, war ich ganz gut vorbereitet und blamable Auftritte an der Tafel -sie mir sonst sicher gewesen wären- blieben aus.

Abends hatte ich dann ein wiedermal eine kleine Diskussion mit den Mensa Leuten. Schlechte Ausgangsposition: In Frankreich wurde generalgestreikt. Deswegen durfte man sein Schnitzel auf Papptellern und mit Plastikbesteck verzehren. Ist klar, die Umwelt soll den Streik ja auch spüren.
Saskia hat mich gebeten ihr mit ihrere Karte, nur einen Jogurt und einen apfel mitzunehmen, ich lade die Sachen auf mein Tablet und will es der Kontrolleurin am Ende sagen, da meint sie: "Nein das geht nicht, dazu haben Sie kein Recht" Ich weise sie daraufhin, dass ich ja zwei Karten habe, und anstelle eines vollen Gerichts nur einen Dezimalteil für jemanden mitbringe, die Mensa also dadurch sogar einen Gewinn macht. Sie wieder "nene, das geht nicht, kann nicht erklären warum, aber geht nicht" Habe dann ein bisschen herumgemotzt schlussendlich aber ungetaner Dinge wieder zurückgekehrt.
Der Mensachef hat mir das Problem dann erklärt: Aus hygenischen Gründen darf man nichts aus der Mensa herausnehmen. Zum ersten Mal wird Hygiene groß geschrieben, ... wie dem auch sei gibt 100 Argumente warum diese Regelung blödsinnig ist und von den Mensaleuten selbst 100 Mal am Tag gebrochen wird, damit will ich euch nicht langweilen.

Am gleichen Abend landete Christoph noch am Lyoner Flughafen. Wegen Staus hatte ich ihn ein bisschen im Regen stehen lassen, aber schlussendlich habe ich ihn dann doch noch aufpicken können.

Abends selbst sind wir dann mit dem Fahrrad in die Innenstadt ans Rhoneufer und auf den Place de Terraux. War sehr nett, einziges Manko war meine Heuschnupfenattacke.

Am nächsten Tag sind wir dann nach meiner einzigen Vorlesung in Richtung Beaune aufgebrochen, wo unsere Eltern residierten und gemeinsam eine Woche Urlaub verbrachten. Netter Zufall, ich weiß.

So wurden wir bald nach Ankunft perfekt zu Mittag verköstigt. Für den Nachmittag bekamen wir dann von unseren Eltern den Tip, das Hotes de Dieu anzuschauen:

Es war ein um 1400 gegründetes Armenkrankenhaus:

Wie wir später von Christophs Mutter erfuhren wurden hier pro Bett 2 Personen untergebracht:
Krankenhausapotheke:

Danach spazierten wir etwas durch die Stadt und konnten bei einer kleinen Stadtrundfahrt einen Eindruck vom Städtchen Beaune und ihrer Umgebung gewinnen:



Abends wurden wir dann noch netterweise zum Essen eingeladen, was die Unternehmungen abrundete.
Es war sehr nett und angenehm mit unseren Eltern in Beaune und wir haben es zu keiner Zeit bereut, den Abstecher gemacht zu haben.

Am nächsten Morgen mit den übrig gebliebenen Lebensmitteln unserer Eltern -die für uns eine perfekte Mahlzeit darstellten- im Gepäck, sind wir -nachdem sich die Spender in Richtung Heimat aufgemacht haben ein bisschen durch die Bourgogne getuckert, dabei an verschiedenen Stellen angehalten:
-zunächst ein altes Fort/Chateaux, leider nur noch die Grundmauern zu erkennen, dafür hatte man einen netten Ausblick:
- Anschließend nahmen wir uns die Besichtigung des Châteaus Rochepot vor:

Das Chateau war sprichwörtlich "impressionant". Wir sind noch netterweise in eine Führung mitaufgenommen worden, sodass wir auch die sonst verschlossenen Zimmer besichtigen konnten. Fotografieren von innen war verboten, deswegen kann ich euch nicht den Brunnen, die Küchen und die anderen Säale präsentieren.

Anschließendes Picque-nique mit netter Aussicht:



Wir fuhren weiter durch nette Landschaften an Kanälen entlang


bis wir als letzten Punkt noch die Stadt Macon auf dem Programm hatten.
Es gab 3 interessante Kirchen, die riesigste bis auf eine Stirnseite leider komplett zerstört. Und noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten.
Auf dem Rückweg noch am Supermarkt vorbei, sind wir abends nach Lyon zurückgekehrt.

Am Sonntag machten wir per Rad und zu Fuß eine Fourviere - Vieux Lyon - Presqu'île Rundfahrt, bevor wir abends mit Zäzilia gekocht und mit Saskia und ihren Freundinnen einen Abschlussumtrunk genommen haben.

Wiedermal ein Wochenende was viel zu schnell vorüber ging. Aber wir haben uns beide sehr amüsiert, einige nette Tage gehabt. Sehr cool, dass Christoph sich die Mühe gemacht hat herzukommen. Wie gesagt: es war sehr lustig und harmonisch.

Nun werde ich die letzten drei Wochen Uni, gefolgt von einer Woche Klausuren und einer Woche Urlaub auch noch herumbringen. Bis bald!

24 h de l'Insa

So, es ist etwas Zeit vergangen, ich weiß. Aber nach einer Unibezogen stressigen Woche und einigen Unternehmungen finde ich jetzt mal wieder etwas Zeit.

Nach dem Kurztrip in die Alpen und in den Süden besuchte mich Mia noch einmal. Am Freitag begannen dann direkt die 24h de l'Insa:

Freitag abends auf dem Konzert war einiges los, man musste allerdings feststellen, dass die meisten Franzosengruppen sehr Reggae-lastig sind, was einem mit der Zeit auch zuviel werden kann.

Am Samstag sind Mia und ich dann mal über den Campus, also das "Festivalgelände" spaziert und wurden etwas enttäuscht. Es gab schon ein paar Dinge zu sehen, hierfür stellvertretend mal 2 Fotos:



Kommt etwas kläglich herüber jetzt, das ist klar. Wie gesagt es gab schon verschiedene Stände, klettern, einige Ausstellungen... . Insgesamt war es aber wohl auch wegen des schlechten Wetters viel zu leer für meinen Geschmack. Auch die im Vorfeld weiträumig angekündigte Campusverwüstung trat nicht ein. Ich hatte das Auto extra sonstwohin gefahren weil alle davor gewarnt haben, im Endeffekt war hier bei uns überhaupt nichts los. Auch mein Stadtfahrrad hätte ich nicht unbedingt aufs Zimmer stellen müssen, aber OK.

Die Konzerte abends waren aber beide Male sehr nett. Das 24h Radrennen fand -wohl auch wegen etlichen Regenschauern - mit sehr dezimierter Anzahl statt.

Also wie gesagt: Es war schön, eine Konzertbühne 300m von der Haustüre zu haben und mal verschiedene Attraktionen erleben zu können, insgesamt hätte ich allerdings mit mehr Ansturm gerechnet.

Entschuldigung dafür, dass die Fotos wirklich sehr spärlich sind, ich habe es verpasst die Kamera öfters mal mitzunehmen.