Im Ort selbst war die Terrasse der noch geöffneten Kneipe mit Radlern überfüllt. Die Saison scheint auch hier fast vorbei zu sein. Im Ziel wird jeder angejubelt, „Du hast es gleich geschafft, du bist fast da“. Habe mir gedacht, ich habe nicht vor, den Tag hier zu beenden, ich will eigentlich noch weiter hoch. Aber erst mal habe ich mir eine Pause gegönnt. Alpe d’Huez ist noch größer als Les Deux Alpes, das „Bergdorf“ welches mich vor zwei Wochen ja schon beeindruckt hatte. Etliche Hotels, Hochhäuser, Supermärkte auf 1860 HM. Alpe D’Huez hat sogar eine Mini Landebahn. Den Anfangsplan wieder revidiert, wollte ich wie vor zwei Wochen auch ein bisschen „ins Skigebiet“ hineingefahren. Teilweise etwas planlos: Unter dem Strich hätte ich mir 50 HM sparen können. Ich bin zunächst auf eine 150 HM höher gelegene „Seenplatte“ gefahren. Auf dem Rückweg sah ich einen Weg auf einen netten Aussichtsgipfel, ein Weg, der auf der Karte nicht eingezeichnet war. Die Aussicht auf das Dorf war sehr gut:
Von diesem Gipfel aus habe ich einen weiteren Gipfel gesehen, schätzungsweise noch mal 300HM höher. Nach langen Überlegungen hat mein Stolz gesiegt und ich bin trotz manglender Wasservorräte noch auf die 2300 HM hochgeklettert.
Ich habe es nicht bereut. So hat es sich gelohnt, das Mountainbike hier hochzufahren’ konnte man sich denken, denn der Weg war für Rennräder und Autos unpassierbar, was selbstverständlich als Vorteil anzusehen war, weil ich dann endlich mal meine Ruhe hatte und nicht dauernd von Autos überholt wurde. Kurze Anekdote dazu: Beim Hochfahren zwischen Tal und Alpe d’Huez hatte mich ein Golf aus dem Main Taunus Kreis 3 mal überholt und ist mir dann wieder 3 Mal entgegen gekommen. Habe nicht verstanden warum. Nach einer kleinen Zwischenabfahrt wieder ins Dorf zurück hat noch einmal mein Stolz gesiegt: Anstelle die Anfangsstrecke wieder zurück ins Tal zu fahren, habe ich mich noch dazu entschlossen, den Col de Sarenne zu erklimmen. Es hat sich gelohnt. Wunderbare Aussicht in einer engen Bergschneise, super Panorama. Die 200 HM extra Anstieg habe ich dafür gerne auf mich genommen.

Nach einer letzten Pause stand die abschließende Abfahrt auf dem Programm. 1300 HM hinunter, mit keinen nennenswerten Gegenanstiegen. Wiedermal vom Panorama begeistert musste ich die Abfahrt immer wieder zum Fotografieren unterbrechen. Der Rückweg verlief über das Val de Ferrand, ein sehr enges und von steilen Felswänden eingeschlossenes Tal, zwar schon im Schatten, das störte aber nicht weiter.
In Mizoen angekommen, waren mir die letzten 13 km noch von vor zwei Wochen bekannt, über die Gorges de l’Infernet. Sie noch ein zweites Mal anzusehen, war allerdings auch noch nicht langweilig.
Daten der Tour: 74 km, 2445 HM
http://thomas-in-lyon.homepage.t-online.de/kml/070916x.kml
Nach einer 2 h langen Heimfahrt bei recht dichtem Verkehr, bin ich zurück in Lyon auf zahlreiche Franzosen getroffen, die wohl allesamt ihren Beginn morgen begossen hatten.
Der RadlTrip hatte sich wiedermal voll gelohnt, ich habe es sehr genossen. Vielleicht hätte ich einen Tag länger bleiben sollen, aber der Wetterbericht sagte Regen voraus. Außerdem habe ich hier in Lyon noch einiges zu erledigen.
Vielleicht versuche ich mal meine GPS-Tracks auf Google Earth Format zu konvertieren, dann könnt ihr noch meine Route nachverfolgen.
Euch weiterhin eine schöne Zeit, bis bald.
2 Kommentare:
Coole Sache mit Alpe d'huez. Den Tipp mit dem Sarenne wollt ich dira auch noch sagen. Aber hast ja auch so hingekriegt :)
Respekt was du so an höhenmeter runterkurbelst! Heute Abend sollte sich hoffentlich auch bei mir wieder was im Blog tun, bin grad aus dem Urlaub heim gekommen. Au revoir!
Hey Thomas!! Respektable Tour, die du dir da angetan hast und vor allem ganz oben dann...die Ruhe...die Aussicht...toll! Da bekommt man richtig Lust aufs Radln :-)
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