Sonntag, 2. September 2007

Rundtour ums Le Grad Serre Massiv/ um Le Tabor

Weil der Wetterbericht einigermaßen vielversprechend war und ich ein sehr dringendes Sportbedürfnis hatte, habe ich mich dazu entschlossen, dieses Wochenende auf eigene Faust eine Fahrt in die Berge zu unternehmen. Am Samstag morgen ging es um zehn auf den Weg Richtung Grenoble. Um Mautgebühr zu sparen bin ich nicht auf die Autobahn, was man sich im Allgmeinen aber sehr gut überlegen sollte. Ich habe ca. die doppelte Zeit benötigt. Somit konnte ich dann nach Frühstückspause und Tanken um ca. 13 Uhr mit dem Mountainbike starten. Ich startete in Laffrey, was auch das Ausflugsziel des letzten Wochenendes war und wollte eine Mountainbikestrecke aus einem VTT-Isère Führer abfahren. Gekennzeichnet von ständigem Anhalten, weil ich mir immer nur 3 Wegpunkte merken konnte und ca. jeden Kilometer eine Kreuzung zu nehmen war, habe ich mich an einer Stelle auch richtig verfahren und bin im Nirvana in einer Schlucht herausgekommen. [Wegweiser, anscheinend hatte ich einen wichtigen übersehen :-)]
Meine 100 000er Karte war auch nicht für die Feinnavigation geeignet, so war ich nachdem ca. 30 Minuten orientierungslos in der Pampa herumgeirrt bin wieder in der zivilisierten Welt. (Für Kenner: Pont de la Roizonne) [Im Nirvana. Wohl in einer Schlucht 150 HM unterhalb der Straße. Mit dem Schild wurde vor plötzlich auftretendem Hochwasser gewarnt, das auch bei gutem Wetter auftreten kann :-)]
Auf der Mountainbikeroute etwas zuviel Zeit gelassen, habe ich mich dazu entschlossen, für die Rückfahrt die D 114 bis Alpe du Grd Serre zu nehmen, um dort wieder auf die Abfahrt aus dem Mountainbikeführer einzubiegen. So zumindest der Plan. Mit dem heftigen Gegenwind etwas im Klinsch bin ich noch an einem nicht ganz harmlosen Verkehrsunfall vorbeigefahren. Meiner Einschätzung nach hatte entweder ein Autofahrer zwei Leute auf dem Motorrad umgemäht oder das Motorrad ist in der Kurve ausgeglitten. Ich habe nur zwei Leute auf der Straße liegen sehen. Ich habe meine Hilfe angeboten, man meinte aber, es sei schon alles geregelt, es waren auch genug Leute da, somit bin ich dann gleich weitergefahren. Komischerweise kam mir die Feuerwehr erst 30 Minuten später entgegen, ich hoffe natürlich dass es bei den Verletzen nicht schlimmer ausgegangen ist. Von Gewitterwolken bedroht bin ich zeitweise zusammen mit einem Franzosen, der auch kurz am Unfall gewartet hatte, nach Alpe du Grd Serre hochgeklettert. [Auf dem Gipfel Alpe du Grd Serre]
Ich habe ihn gefragt, wohin er noch unterwegs ist, da meinte er Laffrey. Ich habe ihn gefragt, ob er auch die Route über le desert nimmt, meinte er „Jaja, il n’ya qu’une seulle“ Eine fatale Information wie sich später herausstellte. Denn in meinem blinden Vertrauen habe ich mich ihm dann angeschlossen, nachdem er 10 Mal gesagt hatte, dass es nur den einen Weg gibt. Anstelle über eine kurze Anhöhe von 50 HM zu fahren um dann dort auf den ursprünglichen Mountainbikeweg einzubiegen, führte mich der Blödmann zurück ins Tal, sodass ich am Ende noch mal 400HM zusätzlich hochfahren musste, obwohl ich mit dem Tag ansich schon abgeschlossen hatte. Sein Mountainbike mit quietschenden Scheibenbremsen schien auch bei 30 km/h abgeriegelt zu sein, was mir bei der Abfahrt auch auf den Keks ging. Schließlich war es eine normale Straße, die ein Rennradfahrer mit 70 km/h und ich vll. mit 50 km/h herunterfahren kann. Als die Abfahrt dann vorbei war und der Gegenanstieg begann, habe ich mich losgerissen und wurde auch die restlichen 5 km bis zum Ziel nicht mehr von ihm eingeholt. [Einzig positiv an der falschen Wegweisung des Franzosen: nochmal ein netter Ausblick ins Tal Richtung Grenoble]
Fairerweise muss man dazusagen, dass er noch auf seine Freundin gewartet hat, deren MTB bei ca. 25 km/h abgeriegelt zu sein schien. Mein Zorn hat sich beim Hochfahren auch wieder etwas abgebaut, zwischenzeitlich habe ich mir aber schon überlegt, was ich mit dem Trottel mache, wenn der mir mal allein begegnet, wenn ich die Maglite dabei habe.
Zurück am Auto angekommen, das Rad schnell verstaut bin ich ein Stückchen Richtung Les Deux Alpes gefahren und habe mir es auf einem Camping Platz bequem gemacht. Dass ich mein „Zimmer“ für mich hatte hat mir auch gut gefallen und in Anbetracht der Anstrengung tagsüber habe ich sehr sehr gut geschlafen.

Daten der Tour: 71km 1954 HM
Streckenverlauf: Laffrey – Cholonge – Nantes en Ratier – und dann das Roizonne Tal aufwärts La Valatte – Alpe du Grd Serre – Laffrey




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http://thomas-in-lyon.homepage.t-online.de/kml/070901x.kml

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