Sonntag, 2. September 2007

Les Deux Alpes

Vom Camping Platz ausgecheckt konnte ich nach kurzer Fahrt im Auto um zehn Uhr in le Clapier (Nähe le Bourg d’Oisans) starten. Plan war zunächst auf Les Deux Alpes heraufzufahren, danach wieder ins Tal und auf ein weiteres kleineres Gebirgsdorf zu erklimmen. Englang des Flusses „Infernet“, der zwischenzeitlich immerwieder von Staudämmen „unterbrochen" wird und dessen Schluchten teilweise auch an Ardèche-Qualitäten herankommen ging es die ersten 3 km bergauf. Von dieser Straße abzweigend verliefen die nächsten 10km stetig aufwärts bis ich das 900 HM höhere und insgesamt 1650m hoch gelegene Les-deux Alps erreicht habe. [Les Deux Alpes von unten (ca. 50 HM unterhalb)]
[Am Ortsschild von Les Deux Alpes]
Auch wenn mir das Dorf etwas ausgestorben vorkam, was vermutlich an der endenden Saison liegt, hat es mich doch überrascht, wie viel Infrastruktur es dort gab. Etliche Hotels, zwei oder drei Supermärkte und sogar eine Tankstelle. Das ganze auf einem Bergdorf in einer Sackgasse. Nach bzw. während meiner Pause habe ich mich dazu enschlossen, nicht sofort ins Tal abzufahren, sondern von Les Deux Alpes aus weiterzufahren. Ich hatte mir schließlich extra eine 25000 er Karte gekauft, auf der einige Straßen bis auf 2600m eingezeichnet waren. Somit hatte ich kurz danach fantastische Blicke auf Les Deux Alpes herunter, aber auch auf wunderschöne sich neu öffnende Täler und grandiose Gebirgsmassive. [Les Deux Alpes von oben]
Auch wenn der „Fahrbahnbelag“ und wahrscheinlich auch die zu steilen Straßen gelegentlich zu Traktionsproblemen führten, habe ich die Weiterfahrt bis auf 2600 HM sehr genossen. Man konnte wirklich mitten ins Skigebiet hineinfahren und hatte immerwieder neue gigantische Berge vor Augen. Ich freue mich schon darauf, das mal im Winter und mit Schnee zu erleben. [Auf 2600 m über Meer]
Mit der dünnen Luft und meiner Erschöpfung auf 2600 HM angkämpfend, habe ich noch einige Fotos gemacht und bin dann zur gigantischen Abfahrt angetreten. Dummerweise wurde ich zwischenzeitlich von Motorrad/Jeep eingenebelt. Für so einen Sport habe ich ja wirklich kein Verständnis. Auf 2300 HM mit blöden Motorkisten herumzuheizen, dabei Lärm, Gestank und Staub produzieren.
Die Abfahrt bis zurück ins Dorf verlief dann aber recht zügig. Womöglich hätte ich auch eine eigens ausgewiesene MTB Strecke nehmen können, allerdings war es mir nicht klar, wo die herauskommt. Da die Zwei Verfahrer von gestern noch zu gut in Erinnerung waren, beschloss ich, kein Risiko einzugehen und die „Straße“, die allerdings auch steinig und wellig genug war, zu nehmen. In Les Deux Alpes zurück noch einige Fotos geschossen, habe ich kurz danach die letzte und gigantischste Abfahrt begonnen. Ein Wohnmobil hatte mich netterweise überholen lassen, so war ich sehr züging am Lac du Chambon, einem Stausee des Flusses Infernet, den ich jetzt „nurnoch“ talwärts bis zum Parkplatz entlangfahren musste. Zwar gab es einen Mini Gegenastieg von ca. 70 HM, die Gorges de l’Infernet haben dafür aber mit noch einmal fantastischen Ausblicken belohnt.

Daten der Tour: 60 km 2070 HM


Größere Kartenansicht http://thomas-in-lyon.homepage.t-online.de/kml/070902x.kml

Fazit: Ich habe die zwei Tage sehr genossen und mich super erholt. Es ist wirklich toll, die Berge so nah bei sich zu haben. Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit noch mal mit dem Rad in die Alpen fahren kann, also das Wetter und mein Zeitplan mir das erlauben. Der Aufwand lohnt sich allemal.

Wieder zurück daheim angekommen, haben wir noch alle zusammen gekocht, dann habe ich diesen Eintrag geschrieben, jetzt muss ich noch einen Aufsatz für morgen schreiben, was aber auch in 45 Minuten erledigt sein dürfte.

Euch allen eine schöne Zeit, bis bald

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