Samstag, 15. September 2007

Sprachkurs zuende - wieder fit

Liebe Leute,

nach einem doch recht langen Absacker in der Unibar möchte ich euch noch über die Neuigkeiten informieren, die sich seit meinem letzten Eintrag ereignet haben. Doch zuvor zwei Anekdoten aus dem Sprachkurs:
Einmal die Woche ist unsere reguläre Lehrerin nicht da, weswegen wir die Chefin der Abteilung „Französisch für Ausländer“ höchstpersönlich im Unterricht erleben dürfen. Sie hat uns sehr lebhaft demonstriert, was es heißt die Türe zuzuschlagen („Claquer la porte“). Man hätte fast meinen können, dass sie Gefallen daran gefunden hat.
Wir haben im Kurs Zeitindikatoren durchgenommen: Ein Beispielsatz lautete: „Il parle depuis une heure.“ Mein Machospruch kam im Kurs recht gut an, als ich meinte, in der Übung sei ein Fehler: Es müsste eigentlich heißen „Elle parle depuis une heure“.
Bei einer Übung zu Vor- und Nachzeitigkeit habe ich dummerweise Begriffe verwechselt. Ich habe das Wort „ceinture de securité“ (eigentlich: Sicherheitsgurt) fälschlich und völlig blödsinnigerweiße für die Plakette gehalten, die in jedem französischen Auto klebt, eine Versicherungsplakette. Ich habe dann felsenfest behauptet, dass man erst den Sicherheitsgurt anlegt und dann ins Auto steigt. Der ganz Kurs schaut mich lachend an: „Das musst du mir zeigen“, „Bist du Artist?“….Am Ende der Stunde habe ich es dann endlich geschnallt.

Ansonsten habe ich heute den Abschlusstest geschrieben. In manchen Teilen habe ich nicht alles, aber die Grammatikübungen dürfte ich recht gut gemeistert haben. Für den Kurs gibt es 4 ECTS credits, die ich mir aber ohnehin nicht anrechnen lassen kann. Aber fürs Ego ist es ganz gut.
Nach dem Abschlusstest haben wir uns noch herzlich von unserer Lehrerin verabschiedet. Ich habe mit meinem Computer eine Dankkarte gestaltet, Paula, die Brasilianerin hatte ein paar Blumen gekauft. Der Abschied war sehr herzlich. Marie-France (unsere Lehrerin) hatte Champagner mitgebracht. Somit verbrachten wir den Mittag und den Nachmittag bei geselligem Zusammensein. Insbesondere die Brasilianer und die Mexikaner haben mich sehr beeindruckt. Gabriel und Raphael hatten sehr persönliche und herzliche Abschlussgeschenke mitgebracht, worüber sich unsere Lehrerin natürlich sehr gefreut hatte.
Ansonsten habe ich mich heute noch eingeschrieben. Ich war sehr erstaunt, wie unproblematisch das alles über die Bühne ging. Während ich an der Uni Stuttgart noch für Blöd verkauft wurde, als ich im Studiensekretariat eine normale Frage gestellt habe, war hier alles perfekt organisiert, die Leute waren freundlich, alles ging schnell. Innerhalb 15 Minuten hatte ich meinen Studentenausweis und meine Imma-Bescheinigung.
Nach der Einschreibung war ich noch mit einigen Italienern und Brasilianern beim Beach-Volleyball spielen.
Ich bin endlich wieder fit!!!
Hat super viel Spaß gemacht. Beiläufig erwähnen sollte man hier die Temperaturen von ca. 25° C. Wir haben super Wetter, das dringend ausgenutzt werden muss.
Heute Abend war ich dann noch in der Unikneipe. Auch wenn sich der Campus mehr und mehr mit Franzosen füllt, die auf dem Campusgelände 1m neben einer Menschenmenge Autorennen veranstalten (Ich hätte fast die Polizei gerufen) war es ein sehr schöner Abend. Es war schon Vorteil, die ersten 3 Wochen komplett mit allen Austauschstudenten alleine gewesen zu sein, weil man jetzt etliche Gesichter kennt und mit nahezu jedem ins Gespräch kommt. Es gibt nahezu keine Anonymität, jeder kommt mit jedem ins Gespräch, die Anfangssprachbarrieren sind überwunden, es ist einfach total interessant, lustig und einfach schön.

Es tut mir leid, dass ich euch in letzter Zeit nicht mit Fotos versorgen konnte. Ich werde morgen noch mal in die Alpen fahren. Unter anderem habe ich geplant, Alpe d’Huez zu erklimmen. Da werden sicher wieder einige Fotos am Start sein.

Ich will nicht nerven, aber: Sagt mir, wenn ihr mehr wissen wollt, wenn ich euch langweile, wenn etwas fehlt, wenn etwas unklar ist… . Es bleibt nur zu sagen: Mir geht’s gut, ich fühle mich wohl und bin mir nach wie vor sehr sicher, dass es richtig war mich dazu enschieden zu haben, hierher zu kommen.

Bis bald,
Euer Thomas

Keine Kommentare: