So, etwas erschöpft vom Tag heute will ich euch doch noch über die „Neuigkeiten" informieren. Doch erst mal noch etwas von Montag und Dienstag: Ab Montag konnten die ersten „definitiven“ Wohnheime bezogen werden. Während der Sommermonate werden hier die Gehsteige hochgeklappt, deswegen sind auch die fast alle Studentenwohnheime geschlossen. Deswegen wurden wir provisorischerweise erst mal in den ältesten Wohnheimen untergebracht. Ab Anfang der Woche machten die richtigen/engültigen Wohnheime auf, sodass jetzt nach und nach jeder sein endgültiges Zimmer beziehen kann. Ich kann schon vorweg nehmen, dass das pädagogische Konzept der Insa voll angeschlagen hat. Nach 2 Wochen Zimmer teilen ist nämlich jeder mit seiner Wohnung voll zufrieden. Am Montag durften bereits einige von uns umziehen. Gleich nachmittags habe ich Bentje beim „Umziehen“ (Sie hatte nur 2 schwere Taschen) geholfen, anschließend waren wir noch einkaufen. Abends habe ich noch Birger und Zäzilia mit dem Auto geholfen. Da sie von ihren Eltern gebracht worden sind, hatten sie eine Menge Hausrat, das Auto war schon sehr voll. Im Gegenzug haben sie mich netterweise heute unterstützt, worüber ich auch sehr sehr dankbar war, da alles dann schneller über die Bühne ging. Am Montag abend haben wir dann noch eine kleine Einweihungsfete bei Bentje veranstaltet. War sehr lustig, auch wenn mir der Kontakt mit Birgit zum Verhängnis wurde. :-) (Nach mehrfacher Nachfrage: Birgit ist ein Bierschnellschluckgerät, nachdem dessen Benutzung mir etwas schlecht wurde.) Dienstag abend wurde vom Animationskomitee eine Busrundfahrt durch Lyon angeboten. Im Cabriodoppeldecker pfiff uns der Wind ganz schön um die Ohren. Einige Chinesen, die mit zu gutem Wetter gerechnet haben, mussten in die beheizte untere Etage wechseln. Man hat aber einiges über die Stadt erfahren und ich bin froh dabei gewesen zu sein. Zwar hört man zum 1000 Mal die Geschichte der zwei Hügel und woher der Name Lugdunum herrührt, aber wir haben auch interessante Infos zu Wochenmärkten, Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt dem kulturellen Angebot hier erfahren. Heute war dann der große Tag. In der Mittagspause schnell den Mietvertrag unterschrieben, haben wir dreisterweise auch noch den Schlüssel für unser Appartement abgeholt, was eigentlich erst ab Nachmittags gestattet war. Der Hausmeister ist aber wirklich ein cooler Typ und zeigte sich auch interessiert über unsere Herkunft. Nach dem Unterricht haben wir dann das Auto geschnappt und meinen, Kims und Teile von Saskias Hausrat über den Campus gefahren.
[Ein Teil meines Hausrats]

Teilweise wurden wir neidisch angeblickt, weil etliche Leute den einen Kilometer mit gequälter Miene samt Gepäck zu Fuß zurückgelegt haben. Viele haben sich auch beim nächstem Supermarkt, dem Champion, einen Einkaufswagen geholt und so den Umzug über die Bühne gebracht. Als wir das nächste mal beim Champion eingekauft haben, konnte man sogar eine Einkaufswagenknappheit feststellen :-)
[Thorben, dem wir seinen Koffer zu seiner Wohnung gefahren haben.]

Es war schon ein lustiger Anblick heute auf dem Campus, der sich mehr und mehr füllt. Rasen werden gemäht, Laternen wieder aufgestellt und es herrscht immer mehr Autoverkehr. Mittlerweile sollte man sich an die Stopschilder wirklich halten. :-) Nachdem mein ganzer Krempel dann endlich mal in meinem Zimmer war, zwischenzeitlich musste ich Saskia noch Starthilfe geben, habe ich mich häuslich eingerichtet. Mittlerweile bin ich damit nahezu fertig und muss schon zugeben, dass das Zimmer doch recht gemütlich ist. Die Fotos machen nicht so viel her, ich mache bei Gelegenheit mal Schönere. Das Zimmer ist groß genug um eine Matratze auszulegen, die auch schon bei mir im Regal verstaut ist. Wer also mal in der Nähe von Lyon ist, oder vor hat hier mal herzukommen ist sehr herzlich eingeladen. Ich würde mich sehr freuen.
[Bett in meinem neuen Zimmer]

[Blick vom Bett Richtung Ausgang, rechts die Küchendurchreiche, links der Schreibtisch]

Beiläufig zu erwähnen wäre noch die Intelligenz des Küchenpersonals. Die denken echt, die ganze Welt ist so schlau wie die. Wir haben bei unserer Ankunft so einen mit MS Publisher gestalteten provisorischen Restaurantausweis bekommen. Die sind wirklich immer darauf scharf, den zu sehen, obwohl sie längst alle Gesichter kennen. Und als fälschungssicher würde ich den Ausweis ohnehin nicht bezeichnen. Abgesehen davon geht sowieso keiner freiwillig in die Kantine. Heute haben die noch einen riesigen Aufstand gemacht, weil heute und morgen das Essen bezahlt werden soll. Es gab nur eine Schlange und jeder musste sich anstellen und ewig lang warten, ob er heute bezahlen wollte oder nicht. Logisch denken ist nicht die Stärke der Küchenleute hier. Aber was solls, das ist wirklich das einzige Manko hier, das man mit etwas Humor sehr gut verkraften kann.
So, jetzt gehe ich noch auf einen Absacker in die Unibar. Ich wünsche euch allen weiterhin eine schöne Zeit, bis die Tage.
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